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Search Funds im DACH-Raum: die Zahlen für 2026

Wie viele Search Funds es in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt, wie lange eine Suche dauert, woran Deals scheitern und wie sie finanziert werden. Mit Quellen.

Ein Search Fund kauft genau ein Unternehmen, und der Searcher führt es danach als Geschäftsführer. Im DACH-Raum ist das Modell noch jung, aber es wächst. Wir haben die aktuellen Studien und Statistiken gelesen und hier zusammengetragen, was sie über Suche, Kauf und Nachfolge sagen. Die Quellen stehen am Ende.

Wie viele Search Funds es gibt

Die IESE Business School zählt in ihrer Studie von 2026 außerhalb der USA und Kanadas 492 Search Funds in 48 Ländern, mit Daten bis Ende 2025. 216 davon haben ein Unternehmen gekauft. In Europa sind es 291 Funds und 135 Käufe.

Auf Deutschland entfallen 32 Funds und 14 Käufe, auf Österreich 4 und 2, auf die Schweiz 3 und 1. In der Studie von 2024 standen für Deutschland noch 20 Funds und 10 Käufe. 2025 starteten außerhalb Nordamerikas zum ersten Mal mehr Search Funds als in den USA und Kanada, insgesamt 82.

Wie lange eine Suche dauert

Vom Start bis zum Closing vergehen im Median 21 Monate (IESE 2026). Für den DACH-Raum nennt eine Studie der Zeppelin Universität von 2023 rund 26 Monate.

In dieser Zeit sichtet ein Searcher im Schnitt mehr als 3.000 Unternehmen, spricht mit 159 Inhabern und unterschreibt etwa vier Absichtserklärungen (IESE 2024). Ihre Deals suchen Searcher vor allem selbst. Auf einer Skala von 1 (nie genutzt) bis 5 (ausschließlich genutzt) kommt die eigene Suche auf 4,0 und der Makler auf 3,3 (IESE 2026).

Woran Deals scheitern

Nicht jede Absichtserklärung führt zum Kauf. Scheitert sie, nennen Searcher am häufigsten Befunde aus der Due Diligence (59 Prozent). Danach folgen die Bewertung (41 Prozent), ein Rückzieher des Verkäufers (32 Prozent) und Investoren, die nicht mitgehen (31 Prozent). Mehrere Gründe pro Deal sind möglich (IESE 2026).

Was gekauft wird

Im DACH-Raum kaufen Searcher kleiner als im Ausland. Die Studie der Zeppelin Universität nennt im Schnitt rund 6 Mio. € Umsatz, 2 Mio. € EBITDA und 24 Mitarbeiter. Der Kaufpreis lag bei etwa 12 Mio. €, also beim 4,6-Fachen des EBITDA. International lag der Median bei 12 Mio. $ Kaufpreis und 8 Mio. $ Umsatz, beim 5,7-Fachen des EBITDA (IESE 2026).

Wie finanziert wird

Bezahlt wird ein Kauf meist aus dem Eigenkapital der Investoren, einem Bankkredit und einem Verkäuferdarlehen. Im DACH-Raum tragen die Investoren rund ein Drittel des Kaufpreises (Zeppelin Universität 2023), in Europa im Mittel 46 Prozent (IESE 2026).

Ein Verkäuferdarlehen macht üblicherweise 10 bis 20 Prozent des Preises aus. Läuft es zehn Jahre oder länger, mit Rangrücktritt und ohne Sicherheiten aus dem Unternehmen, rechnen Banken es dem Eigenkapital zu (IHK Nord Westfalen). Bürgschaftsbanken sichern einen Teil des Kredits ab. Die Bürgschaftsbank Hamburg etwa übernimmt bis zu 80 Prozent des Ausfalls, höchstens 2 Mio. € je Kreditnehmer.

Die Nachfolgelücke

Laut KfW-Nachfolge-Monitoring vom Januar 2026 wollen die Inhaber von 545.000 mittelständischen Unternehmen ihre Firma bis Ende 2029 übergeben. Die Inhaber von 569.000 Unternehmen planen dagegen, ihre Firma zu schließen. Damit liegen die geplanten Schließungen zum ersten Mal über den geplanten Übergaben.

Die Industrie- und Handelskammern haben 2024 so viele Inhaber beraten wie nie: 9.636 Senior-Unternehmer, aber nur 4.016 Interessenten für eine Übernahme (DIHK 2025). Für Search Funds ist allerdings nur ein kleiner Teil dieser Firmen groß genug. Mehr als die Hälfte der Inhaber, die bis 2029 übergeben wollen, erwartet höchstens 500.000 € (KfW 2026).

Die Kammern nennen auch, warum Inhaber zögern. 36 Prozent verlangen einen zu hohen Preis, 28 Prozent fällt das Loslassen schwer, und drei Viertel holen sich erst zwei Jahre vor der Übergabe oder später Hilfe (DIHK 2025).

Quellen